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Beefcake -
coincidentia oppositorum
Erschienen:
2000
Label:
Hymen/Ant Zen
Musikstil:
Electronic Chamber
Typ:
CD
Rezension von
Nils Bettinger
Beefcake kommen aus Jena und machen 'Electronic Chamber Music for the electric listener' - keine Ahnung was das ist? Dabei ist das schon die Kurzform. Eigentlich machen sie Musik nach dieser Formel: 'The square root of architecture plus inventiveness divided by aural feast equals beefcake'. Immer noch nicht schlauer, oder?
Beefcake versuchen meiner Meinung nach damit zu sagen, daß man ihre Musik nicht in Worte fassen kann. Und ich sitze nun hier als kleiner Schreiberling und muß mein bestes geben, dies doch zu schaffen.
Ich kenne die Jenaer nicht und das aktuelle Werk ist das einzige, was mir vorliegt. Ich schätze aber mal, daß Beefcake ihre Wurzeln durchaus in der sphärischen elektronischen Klangwelt haben. Denn das Werk ist überwiegend schwebend und dabei sehr melodisch. Aber Beefcake halten zu keinem Zeitpunkt einen durchgängigen Stil in ihren Stücken.
Hört man gerade noch eines dieser sphärischen Stücke, kommt im nächsten bereits ein Breakbeat und Trip-Hop Elemente hinzu. Da preschen Wortsamples auf einen ein - und plötzlich meint man, der CD-Player springt. Dabei ist alles Berechnung, alles Absicht - und es fügt sich nach dem Hören der gesamten CD auch zu einem großen Ganzen zusammen.
Architektur ist so ein Stichwort, das auch in der Banddefinition fällt (s.o.) - und da ist etwas dran. Denn die Jenaer arbeiten in erster Linie mit einem Sampler - sie samplen alles, was ihren Weg kreuzt, zerlegen jeden Sample und setzen ihn anders wieder zusammen. Heraus kommen 'Instrumente' und 'Stilmittel', die man nirgends anders findet. Beefcake sind also in der Tat wahre Soundarchitekten - und sie verstehen ihr Handwerk.
Ich kann jedem nur dringend empfehlen, einmal in das Werk hineinzuhören und sich seinen eigenen Eindruck zu verschaffen. Mir hat die Scheibe ausgezeichnet gefallen, da sie einen ganz eigenen Reiz hat. Die CD lief jetzt x-mal bei mir durch - und das, obwohl ich sagen würde: 'Das ist eigentlich nicht mein Musikstil'.
Als Anspieltips empfehle ich Track8, Track15 und Track16. Warum ich die Tracknummern aufschreibe? Nun, Beefcake haben auf die Betitelung der einzelnen Songs komplett verzichtet - frei nach dem Motto: 'Einen Architekten fragst Du auch nicht nach dem Namen seine Gebäudes'.
Insgesamt: 16 Tracks mit einer Gesamtspieldauer von gut 62 Minuten.
klangwald wertung:
8 von 10 Punkten
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